3:09:01
Es war ein hartes Stück Arbeit auf einer, für meine Verhältnisse, anspruchsvollen Strecke in Steinfurt, aber nun ist es vollbracht: nach 8 (ich muss noch mal genau nachzählen) Marathon ist die 3:10-Mauer durchbrochen.
Es ist wirklich idyllisch in Steinfurt. Ein hübsches kleines Städtchen im Münsterland, dass es mitreisenden Unterstützern recht leicht macht sich die Zeit zu vertreiben, während sie auf “ihre” Läufer warten. Zudem war es gestern trocken und sogar angenehm mild. So ca. 12 Grad, keine direkte Sonneneinstrahlung, was mir als Läufer sehr entgegenkommt. Optimale äußere Bedingungen sagt man da wohl.
Ich habe mir diesen Marathon aus zwei Gründen ausgesucht. Zum einen, weil er recht früh in der Saison liegt, was mir auf Grund meiner Vorbereitung entgegenkam und weil ich zweitens in solche kleineren, aber dafür schon oft aufgelegten Marathonläufe mit gutem Ruf ein gewisses Vertrauen lege. Das wurde auch nicht enttäuscht: die Organisation war gut, die Strecke war unmissverständlich ausgezeichnet und abgesichert, die Verpflegungstellen sinnvollerweise lang auseinandergezogen, die Duschen (was nicht immer so war, wie ich mir hab sagen lassen
) heiß. Und ganz nebenbei war die Startgebühr mit 37 € für Nachmelder sehr moderat. Nicht zu vergleichen mit den Mondpreisen anderswo, z.B. beim Y-Marathon durchs Ruhrgebiet oder durch die <ironie>Metropole</ironie> Düsseldorf. Da bezahlt man vermutlich noch dreizehn Planstellen im zuständigen Marketingbüro, selbstverständlich ohne dadurch auch nur einen Deut schneller zu werden. Aber eine Abhandlung, in der ich mich über die “jungen, hippen, großen” Läufe in dieser Disziplin ergehe, werde ich vielleicht mal zu einem anderen Zeitpunkt verfassen.
Dass ich sehr gelitten habe, lag hier nicht an der Organisation. So ganz genau ist mir auch einen Tag danach noch nicht klar, woher von Anfang die deutlichen Schmerzen in den Oberschenkeln kamen. Ein Faktor war vielleicht eine nicht ganz perfekte Vorbereitung. Ich werde meinen Trainingsplan daraufhin überprüfen müssen, ob ich so tatsächlich ausreichend gut erholt bin, am Tag X.
Ein anderer Faktor war aber wahrscheinlich die Strecke. Denn das Münsterland ist wohl im Großen und Ganzen flach, leider gab es aber ein paar Rampen, die es mehr als in sich hatten. Besonders tückisch war eine Doppelschikane aus zwei Unterführungen, in die es steil bergab ging, um dann selbstverständlich wieder steil bergauf zu eiern. Oder auch dieser Mörderanstieg mit Rechtskurve. Leck’ mich am Arsch, dass war kein Spass.
Ganz gut an der Strecke war wohl, dass man zweimal die gleiche Runde von 21,1 km durchlief. Dann kennt man sich beim zweiten Mal, wenn normalerweise die Krisen kommen wenigstens ein bisschen aus. Und gut war auch, dass man zwischen Burgsteinfurt und Borghorst pendelte, so konnte man sich ein wenig daran hochziehen, dass man sich immer von bebautem Gelände über Land wieder in bebautes Gelände hineinhangelte. Aber mir kam schon bei der ersten Runde der “Rückweg”, von Borghorst nach Burgsteinfurt so unglaublich lang vor. Beim zweiten Mal musste ich leider den Ort von Start und Ziel mit schlimmen Flüchen belegen, weil ich einfach nicht ankam. Sehnlichst wartete ich seit KM 36 auf das gelbe Ortseingangsschild, dass das Ende meiner Qualen ankündigen sollte, aber es kam einfach nicht näher.
Den Eindruck hatte ich zumindest. Faktisch kam ich nach gut drei Stunden dann doch am gelben Schild vorbei und ein paar Minuten später trug ein letztes Aufbäumen meinen geschundenen Körper über die Ziellinie. Und jetzt? Jetzt tun mir die Beine weh und der Kopf brummt, aber das ist mir egal. Ich freue mich darauf, dass ich in den nächsten Tage draußen unterwegs sein kann OHNE enge Leggings zu tragen und ohne mich dabei zu vermessen und die Meßergebnisse in Tabellen eintragen zu müssen.
Über diesen Beitrag
Du liest “3:09:01”, einen Beitrag auf Fredson’s Blog.
- Veröffentlicht:
- 16.03.08 / 18.00 Uhr
- Tags:
- Lauf !
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